Vom
Tal zur Farm
Viele Spuren zeugen davon, dass Jahrhunderte lang San
(Buschleute), Dama und Herero die Quelle Otjosongombe
(OtjiHerero: Rinderplatz) genutzt haben. Als erster Europäer
besucht der schwedische Entdecker Charles John Andersson
1851 das Tal. Während der Schlacht am Waterberg zwischen
Herero und der deutschen Schutztruppe am 11. August 1904
ist auch Otjosongombe Schauplatz der Gefechte. Später
leitet Missionar Olpp hier ein Sammellager für Herero,
die nach ihrer Flucht in alle Himmelsrichtungen nach und
nach zurück kehren.
Nach
dem Krieg wandern viele Siedler aus Deutschland in die
Kolonie Deutsch Südwestafrika ein, darunter auch
Friedrich von Flotow. Der Enkel des bekannten Komponisten
erwirbt 1911 die Farm Otjosongombe und macht Land urbar,
das seine Familie trotz mühevoller Arbeit nur knapp
ernährt. Friedrichs ältester Sohn Adolf übernimmt
1952 und beginnt mit Viehzucht. Als Adolf 1971 kinderlos
stirbt, verkauft seine Witwe die Farm. Danach wechselt
Otjosongombe sechsmal den Besitzer.
Von
der Farm zum Park
Joachim Rust, ein Urenkel Friedrich von Flotows, zeigt 1991
seiner Frau Caroline die ehemalige, nun unbewohnte Familienfarm.
Viele Jahre geht ihnen das verfallene Farmhaus mit dem bezaubernden
Quellwasserbecken und das verwunschene, grüne Tal inmitten
der roten Steilhänge des Waterbergs nicht mehr aus dem
Kopf.
Als sie Otjosongombe
im August 1999 im Tausch gegen ihre damalige Rinderfarm erwerben,
erfüllt sich ein Traum. Auf den Ruinen des alten Farmhauses
errichten sie die Waterberg Wilderness Lodge und begrüßen
im Mai 2000 ihre ersten Gäste.