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  Mit Rolle vorwärts gegen Stachelattacke - Dezember 2006
Die Palmen um die Waterberg Wilderness Lodge können wieder etwas aufatmen. Seit Anfang dieses Monats sind einige ihrer ärgsten Widersacher verbannt worden: Stachelschweine. Sie hatten zuvor eine junge Palme nach der anderen freigelegt und die inneren Pflanzenteile angeknabbert. Anfang Dezember schoben wir dem Unwesen den Riegel vor - mit einer Kastenfalle und einer saftigen Kartoffel als Köder. An fünf Tagen fingen wir fünf Tiere und setzten sie am anderen Ende unseres Parks wieder aus.
 
 

Als wir die Farm 1999 kauften, waren Stachelschweine ausgerottet. Erst im Juni 2000 erhielten wir zwei Tiere von einem Nachbarn - im Tausch gegen einen Sonntagsbraten.

Die nachts aktiven Tiere können große Schäden anrichten und sogar gefährlich werden - indem sie plötzlich den Rückwärtsgang einlegen und dem Verfolger ihre Stacheln in den Leib rammen. Vor einem Jahr wäre unser Hund Arthur nach einem solchen Angriff fast verblutet. Mittlerweile hat er großen Respekt. Ebenso Joachim, der in der Nacht nach dem Fang des fünften Tiers über ein sechstes, großes Stachelschwein gestolpert ist. Als es rückwärts auf ihn zukam, rettete er sich mit einer Rolle vorwärts über das Schwein - und verknackste sich dabei den Fuß.

Die Tiere spielen in der Ökologie eine wichtige Rolle. Manche Pflanze gibt es nur dort, wo Stachelschweine leben. Auf Waterberg Wilderness fraßen sie zudem die Syringe, die aus Asien stammt und sich aggressiv in unserer Schlucht ausgebreitet hatte.

 
Rasch verschwindet das freigelassene Stachelschwein im Busch. Der Fotograf hält respektvollen Abstand. Foto: Sven-Eric Kanzler
 
  Buschleute zu Gast bei Waterberg Wilderness - Oktober 2006
Namibia einmal mit den Augen eines Touristen betrachten - zu dem Zweck waren Ju/Hoansi San (Buschleute) aus Grashoek unterwegs auf Safari im eigenen Land und auch zu Gast auf Waterberg Wilderness. Die Gemeinschaft betreibt das 'Historic Living Village' etwa 200 km nordöstlich von Grootfontein, das Touristen die Kultur der San nahe bringt.
 
   
  Die Ju/Hoansi San stehen begeistert an unserer starken Quelle.
Foto: Bwana Tucke Tucke
 
  Im September schlugen etwa 20 Erwachsene mit Kindern auf unserem Campingplatz ihre Zelte auf. Wir zeigten ihnen unseren Plateauberg und unsere Lodge. Besonders beeindruckt waren sie vom kleinen Teich unterm Bambus und der starken Quelle. Im Gegenzug stellten die Ju/Hoansi ihr Projekt vor und gaben eine Kostprobe ihrer Tänze und Gesänge. Zudem boten sie Kunsthandwerk an, darunter herrliche Ketten aus Straußeneier-Schalen. Unser Sohn Martin konnte einem Pfeil-und-Bogen nicht widerstehen, mit dem man seiner Angebeteten einen Liebespfeil in den Po schießt. Sohn Achim hingegen versuchte den ganzen Tag, mit Quirlstöcken der San Feuer zu machen. Das Feuer blieb aus, dafür waren seine Hände abends rot - und so geschwollen, dass er kaum die Gabel halten konnte...  
  Mehr zum Historic Living Village der Ju/Hoansi beim Reiseveranstalter Bwana Tucke Tucke  
  Investition in Ruhe und Komfort - September 2006
Gäste der Waterberg Wilderness Lodge genießen ab jetzt noch mehr Komfort. Der Grund: Eine neue Solaranlage versorgt den Gästebetrieb rund um die Uhr mit 220 Volt Strom. So kann man nun jederzeit auf dem Zimmer Akkus für Kameras aufladen oder sich morgens und abends die Haare fönen. Zuvor war dies nur an der Rezeption möglich bzw. nur dann, wenn der Dieselgenerator lief. Mittlerweile ist der Generator nur noch zu Spitzenzeiten in Betrieb, so dass es tagsüber auf der Lodge noch stiller ist. Die Solaranlage hat 150.000 N$ gekostet (etwa 17.000 Euro). Sie besteht aus 12 Solarplatten à 80 Watt, 24 Glasbatterien mit einer Kapazität von insgesamt 48 Volt und einem 4 KVA Transformator. Damit lassen sich zwei Waschmaschinen, eine Wäschemangel sowie eine große Tiefkühltruhe betreiben. Auch die Kühlräume sollen bald mit solartauglichen Aggregaten ausgestattet werden. Langfristiges Ziel ist, den Generator nur noch im Notfall zu nutzen. Im weitläufigen Namibia sind kleine Dörfer, Farmen und Unterkünfte weitab der wenigen Hochspannungsleitungen auf Dieselgeneratoren angewiesen.
 
  Letzte Heimkehr eines Herero-Führers - August 2006
Er zog aus in die Fremde, um die Gebeine des Großvaters heimzuholen - statt dessen mussten nun seine eigenen sterblichen Überreste in die Heimat überführt werden. Dies ist der traurige Hintergrund der Beerdigung, die Ende Juli auf dem Friedhof des Herero-Königshauses Kambazembi am Waterberg stattfand. Herero-Chief David Tuvahi Kambazembi war am 14. Juli im Alter von 73 Jahren während einer Reise nach Lephalale in Südafrika an einem Herzinfarkt gestorben. Er hatte dort die Rückführung der sterblichen Überreste seines Großvaters David Kaunjonjua Kambazembi in die Wege leiten wollen. Dieser war im August 1904 nach der entscheidenden Niederlage seines Volkes gegen die Deutsche Schutztruppe
 
 
am Waterberg mit seiner Familie über Botswana nach Südafrika geflohen - und im Exil gestorben. David Tuvahi zog nach Botswana. Nach der Unabhängigkeit 1990 kehrte er mit etwa 2.000 Exil-Hereros nach Namibia zurück und ließ sich später in Okakarara nieder. Die Grabanlage des Königshauses Kambazembi liegt auf einer Privatfarm am Fuße des Waterbergs und ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Unsere Gäste können auf einer geführten Tour ins Hereroland jedoch sehr viel über Geschichte, Tradition und Kultur der Herero erfahren.  
Die Gräber des Königshauses Kambazembi sind nicht öffentlich zugänglich. Foto: Senta Frank
 
  Kambodschaner begeistert vom Bambus - Juli 2006
Waterberg Wilderness hat Entwicklungshilfe für Kambodscha geleistet. Nach einer Bitte des namibischen Ministeriums für Umwelt und Tourismus empfingen wir Mitte Juli eine vierköpfige Delegation aus dem fernöstlichen Land. Es handelte sich um Vertreter des Forstministeriums, des Landwirtschaftsministeriums, des dortigen World Wide Fund for Nature (WWF) und einer Dorfgemeinschaft, die am Tourismusgeschäft teilhaben möchte. Bei Kaffee und Brötchen im Pavillon haben Joachim und Caroline Rust erklärt, wie sie die Lodge und ihren Naturpark aufgebaut haben, mit dem Waterberg Plateau Park kooperieren und ihre Mitarbeiter fördern. Anschließend wurden Gästezimmer, Restaurant, Küche, Garten und Schwimmbecken sowie Generatoren zur Stromerzeugung inspiziert. Außerdem haben die Gäste aus Kambodscha die Chalets der Waterberg Plateau Lodge und die Anlagen des Campingplatzes in Augenschein genommen. Begeistert waren alle vier vom riesigen Bambus am Pavillon - ein Stück ihrer Heimat mitten in Afrika...
 
   
  Nicht nur Gäste aus Kambodscha sind begeistert vom uralten Bambus hinter dem Pavillon. Foto: Stefan Komma  
  Kampagne gegen Polio - Juni 2006
Mitte Juni wurde in Namibia die erste Phase einer landesweiten Schutzimpfung gegen Polio (Kinderlähmung) abgeschlossen; die zweite findet Ende Juli statt. Mit dieser Maßnahme reagieren die Gesundheitsbehörden auf den überraschenden Ausbruch der Krankheit Ende Mai. Bislang haben sich vermutlich 150 Personen infiziert; 17 davon sind gestorben. Laut UNICEF handelt es sich um den ersten Polio-Ausbruch in Namibia seit 10 Jahren. Als Herd gilt Nigeria. Für Namibia-Urlauber besteht kein Grund zur Panik. Das Institut für Ansteckende Krankheiten (National Institute for Communicable Diseases, NICD) empfiehlt Touristen, etwa zwei Wochen vor ihrer Einreise eine Auffrischungsimpfung. Im Land sollten Gäste strikt darauf achten, sauberes Wasser zu trinken und sich nach dem Besuch der Toilette die Hände zu waschen. Das Virus wird vorzugsweise über Fäkalien verbreitet. Wir und unsere Mitarbeiter haben die Schutzimpfung in Otjiwarongo und Okakarara erhalten. Außerdem achten wir routinemäßig streng auf Hygiene.
 
  Mehr zum Thema Polio unter www.unicef.org  
  Regen zaubert Wasserpflanzen hervor - Mai 2006
Auf Waterberg Wilderness ist eine seltene Wasserpflanze entdeckt worden. Es handelt sich um das Wasserährengewächs Aponogeton rehmannii, teilte der Experte für Süßwasserpflanzen, Gerd Eggers, während seines Besuches Anfang Mai aufgeregt mit. Die in Namibia seltene Pflanze übersteht Trockenzeiten mit ihrer Knolle im Boden. Sobald es regnet, entwickeln sich innerhalb kurzer Zeit Blätter, Blüten und Früchte. Im Februar 2004 hatte Eggers hier zu seiner Überraschung bereits die gelb blühende Aponogeton desertorum gefunden. Seitdem kommt er regelmäßig zum Ende der Regensaison (April, Mai). Übrigens haben nach den ausgesprochen guten Regenfällen in diesem Jahr nicht nur die Wasserähren kräftig geblüht. Ganz Waterberg Wilderness war für Monate ein grünes Paradies. Zwischen Oktober und Mai fielen insgesamt 1.060 mm; der Jahresdurchschnitt liegt bei etwa 480 mm.
 
   
  Blühende Aponogeton rehmannii in einem der vielen Tümpel auf Waterberg Wilderness. Foto © Gerd Eggers  
  Mehr zu den Wasserpflanzen unter Waterberg Wilderness  
  Freizeit im Kreise von Freunden - April 2006
Unsere Mitarbeiter sind von Waterberg Wilderness in den nahe gelegenen Ort Okakarara umgezogen. Wir haben für sie dort zwei Grundstücke erworben, die bestehenden zwei Steinhäuser renoviert und noch sechs Fertighäuser errichtet. Mit Gemeinschafts-küchen und -wohnzimmern finden dort nun alle zwölf Mitarbeiter und deren Familien genügend Platz. Besonders freuen sie sich über die Stromanschlüsse in jedem Haus. "Ich werde mir einen Fernseher anschaffen", kündigte unsere Köchin Refinia Nomases freude-
strahlend an. Mit den Wohnungen im Ort erfüllen wir unseren Mitarbeitern den Wunsch, ihre Freizeit noch mehr im Kreise von Familie, Freunden und Bekannten verbringen zu können. Okakarara ist nur 28 km entfernt, so dass man ohne Probleme täglich zwischen Arbeit und Zuhause pendeln kann.
 
   
  Zu Gast bei den OvaHerero - März 2006
Wie sieht das tägliche Leben einer Herero-Familie aus? Was für eine Rolle spielen Kultur und Tradition bei Jung und Alt? Antworten auf diese und noch viel mehr Fragen erhalten unsere Gäste seit neuestem auf einer 'Hereroland Kultur Tour', einem Halbtages-Ausflug, der in das nahe gelegene kommunale Gebiet der Herero führt. Die Tour wird von einem Herero aus der Umgebung geführt. Besucht werden ein kleines Dorf, der Ort Okakarara, ein Marktplatz, eine Schule und das mit Geldern der EU errichtete 'Okakarara Community Cultural Centre'. Zum Abschluss führen Frauen aus der Gemeinschaft bei Kaffee und Kuchen traditionelle Tänze und Gesänge vor.
 
   
 
Alte Straße neu geöffnet - Februar 2006
Ungewöhnlich gute Regenfälle haben die Schotterstraße D 2512 nach Waterberg Wilderness zeitweise stark aufgeweicht. An einigen Stellen kam man auch mit dem Allradwagen nicht mehr durch. Deshalb haben wir kurzerhand die streckenweise einspurige Verbindungsstraße zur D 3827 nach Okakarara wieder geöffnet. Die insgesamt 28 km lange Sandstraße ist auch bei Regen gut befahrbar und ist ab Okakarara ausgeschildert. Eine Beschreibung der Strecke finden Sie unter Karte/ Route.
 
 
  Wildzaun gezogen - Januar 2006
Der Ausbau unseres Wildparks macht gute Fortschritte. Auf über 18 km Länge haben wir im vergangenen Jahr einen so genannten Wildzaun errichtet. Die Kosten belaufen sich etwa auf 15.000 Namibia Dollar (etwa 2.000 Euro) pro Kilometer. Der 2,20 m hohe Zaun schützt das Wild gegen Wilderei. Des Weiteren haben wir alle inneren (Kamp-)Zäune unserer ehemaligen Rinderfarm abgebaut. Darüber freuen sich vor allem unsere Giraffen, die nun in der Landschaft der Kalahari-Savanne im Park frei umherstreifen können.
 
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