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Wasserpflanzen am Waterberg
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Wonach ich im Caprivi-Zipfel
vergeblich gesucht hatte, fand ich überraschend am Waterberg:
Wasserähren (Aponogeton).
- von Hobby-Züchter ('Mr. Aponogeton') Gerd Eggers.
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Gerd Eggers ist Experte für Wasserpflanzen und sorgte
1998 mit dem Sammeln einer nach ihm benannten neuen Aponogeton-Art
in Fachkreisen für Aufsehen. |
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Anfang
Februar 2004 besuchte ich zum zweiten Mal die Waterberg
Wilderness Lodge. Die Regenzeit war etwa zur Hälfte
vorbei und es hatte bereits ergiebige Regenfälle
gegeben, sicherlich zur Freude der Farmer. Aber auch der
Touristen, denn das ganze Land war grün und voller
blühender Pflanzen. Überall am Wegesrand und
auf den Farmen gab es einzeln und in Gruppen stehende
Pflanzen in voller Blüte. Besonders auffällig
waren die riesigen Bestände zweier Amaryllis-Gewächse
- Crinum baumii und Crinum paludosum. Diese Familie ist
weltweit in den Steppengebieten der Tropen und Subtropen
beheimatet. Bekannt sind die Amaryllis-Gewächse bei
uns in der Topfkultur, meistens die Arten Amaryllis beladonna
(kaplant) und Clivia miniata aus Südafrika sowie
die aus Mexiko und Südbrasilien stammende Gattung
Hippeastrum. Aber auch die bei uns in den Gärten
kultivierten Märzenbecher und Schneeglöckchen
gehören zu dieser hoch interessanten Familie. |
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Mein besonderes
Interesse hatten die beiden Crinum-Arten, weil aus dieser Gattung
einige in der Vivaristik ihren Stammplatz haben. Sie sind sowohl
submers (untergetaucht) in den Aquarien als auch emers (aufgetaucht)
in Terrarien kultivierbar und bringen - bei genügender
Ausdauer - auch Blütenstände. Selbstverständlich
habe ich den Versuch unternommen, die beiden Arten zu kultivieren.
Submers ist es mir leider nicht gelungen. |
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Gerd Eggers ist Experte für Wasserpflanzen und sorgte 1998 mit
dem Sammeln einer nach ihm benannten neuen Aponogeton-Art in
Fachkreisen für Aufsehen. Fotos © Gerd Eggers |
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In einem Gespräch
über die Crinum-Arten mit Joachim Rust, dem 'Baas' von
Waterberg Wilderness, kam ich zwangsweise auf mein spezielles
Hobby zu sprechen, die Wasserpflanzen. Ich berichtete ihm, dass
ich während meiner beiden Besuche im Caprivi-Zipfel und
im Okavango-Delta bereits über 20 Arten von Wasserpflanzen
gefunden und auch fotografiert hatte. Leider jedoch wurde ich
bei der mich am meisten interessierenden Gattung der Wasserähren
(Aponogetonaceae) nicht fündig. Nach einer Veröffentlichung
des National Botanical Research Institute (NBRI) in Windhoek
sollen in den Gebieten fünf Arten vorkommen. Alle sind
sehr selten und haben eine äußerst kurze Lebensdauer,
nämlich nur einige Wochen nach Beginn der Regenzeit. Als
ich Joachim Rust Zeichnungen dieser Arten zeigte, war seine
lakonische Antwort: "Da müssen Sie nicht in den Caprivi
fahren, sondern zum Rust auf die Farm kommen." Man stelle
sich meine Verblüffung vor! Der Unglauben muss mir im Gesicht
gestanden haben... |
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| Aber
am nächsten Tag unternahmen wir eine Rundfahrt und
zielsicher steuerte mein Gastgeber eine mit Wasser gefüllte
Senke an, circa 5 mal 10 m groß und in der Mitte
etwas über 1 m tief. Am Rand waren sehr dichte Bestände
der blühenden Aponogeton desertorum. Das Foto zeigt
die große Anzahl von Schwimmblättern und die
leuchtend gelben, zwei-ährigen Blüten. Das Wasser
war sehr warm, 33 Grad Celsius an der Oberfläche,
und mit einer Leitfähigkeit von unter fünfzig
Mikrosiemens. Erwartungsgemäß sehr weich, da
es sich ja um reines Regenwasser handelte. Der gelöste
Bodengrund gab dem Wasser eine graue Farbe und war so
fein, dass selbst ein über Nacht stehendes Wasserglas
nicht klar wurde. |
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Aponogeton desertorum in einer Senke am Waterberg.
Foto © Gerd Eggers |
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Nach ausgiebigem fotografieren
habe ich dann zwei Knollen dem Boden entnommen und vollständig
austrocknen lassen. Nach circa einem halbem Jahr habe ich dann
eine Knolle in ein 50 cm hohes und die zweite in ein 20 cm hohes
Aquarium gesetzt. In dem tiefen Aquarium konnte ich die rasante
Entwicklung der Blattstiele beobachten. Innerhalb von drei Tagen
war die Oberfläche erreicht und die Blätter breiteten
sich aus. Das entspricht einer mittleren Wuchsgeschwindigkeit
von 17 cm pro Tag! Auch in dem niedrigen Becken bildeten sich
sofort Schwimmblätter - und sehr schöne Blütenstände.
Während in der Natur, bedingt durch die Verdunstung des
Wassers, die Lebenszeit nur bei ca. drei Monaten liegt, hatte
ich im Aquarium über ein halbes Jahr Freude an den ständig
nachschiebenden Blüten. Dann legte ich, wie es auch in
der Natur der Fall ist, die Knollen wieder trocken. |
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Aponogeton desertorum im Aquarium. Interessant ist übrigens
der einheimische Name: 'Dog with two tails', also 'Hund mit
zwei Schwänzen'.
Fotos © Gerd Eggers |
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Bei meinem nächsten
Besuch im Juni 2004 konnte ich dann die Aufnahme von der gänzlich
ausgetrockneten Senke machen. Der Boden war, wie man so schön
sagt, knochentrocken und nichts deutete darauf hin, dass hier
einmal Wasserpflanzen standen. |
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| An
dem mich sehr beeindruckenden Fundort von A. desertorum
kam wieder eine typische Rust–Frage: "Wollen
Sie noch eine andere Art sehen?" Und ob ich wollte!
Gar nicht weit vom ersten Standort entfernt war ein circa
5 cm hoch mit leichter Strömung überflutetes
Gebiet, in welchem tatsächlich eine zweite Aponogeton–Art
stand. Es handelt sich, wie die Untersuchung der Blüte
ergab, um Aponogeton rehmannii, eine ausgesprochene Rarität.
Laut Literatur gab es bisher keine Farbfotos von Standorten
dieser Pflanze. Die Knollen waren nur erbsengroß.
Leider haben sie ihren Trocken – Transport nicht
überstanden. |
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Eine Rarität:
Aponogeton rehmannii.
Foto © Gerd Eggers |
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Für einen Wasserpflanzen-Liebhaber wie mich war der Fund dieser beiden Pflanzen ein Highlight. Ich bin Joachim Rust für seine Hilfe sehr dankbar und nehme dafür auch gerne in Kauf, dass er mich als 'Mr. Aponogeton' vorstellt. (Gerd Eggers aus Kaarst bei Düsseldorf, Deutschland) |
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