Pflanzen l Geschichte  
 
Naturschutz durch Tourismus
Das 3.500 ha (35 km²) große Gebiet von Waterberg Wilderness wird seit dem Jahr 2000 Schritt für Schritt in einen Naturpark umgestaltet. Wir haben die inneren Zäune abgebaut, die die ehemalige Rinderfarm in so genannte Kamps (Weideparzellen) unterteilt hatten, und in der Ebene zusätzliche Wasserstellen für das Wild angelegt. Auf einer Wildauktion haben wir sieben Giraffen erworben und auf unserem Gebiet ausgesetzt.
 
 
  Und schließlich haben wir unseren Naturpark in der Ebene mit einem 2,20 m hohen und 20 km langen Wildzaun umgeben - auch um das Wild vor Wilderern zu schützen. An der Durchgangsstraße haben wir Tore errichtet.  
  Der Naturschutz kostet Geld: Für eine Giraffe zahlt man etwa 12.000 N$ und für einen Kilometer Wildzaun 15.000 N$. Zudem müssen Salzlecken ausgelegt sowie Wasserstellen und Zaun instand gehalten werden. Diese Maßnahmen finanzieren wir mit Einnahmen aus unserem Gastbetrieb. Im Jahr 2000 haben wir die Waterberg Wilderness Lodge eröffnet, 2004 die Waterberg Plateau Lodge hinzugefügt und 2005 die Waterberg Plateau Campsite errichtet. Gäste können mit Führer oder auf eigene Faust in unserem Paradies wandern, Rundfahrten mitmachen oder von hier aus Ausflüge unternehmen zu historischen Stätten oder zu den OvaHerero.  
  Naturparadies mit vielen Gesichtern
Waterberg Wilderness ist ein kleines Paradies mit einer ungewöhnlichen Vielfalt an Lebensräumen für Pflanze und Tier - es umfasst das Plateau, die Berghänge, das Tal und die Ebene (Sandveld der Kalahari). Bei einer durchschnittlichen Regenmenge von 480 mm im Jahr ist Wasser in der Regel genügend vorhanden. Allerdings schwankt die Menge von Jahr zu Jahr; der niedrigste uns bekannte Wert wurde 1995 mit 80 mm gemessen, der höchste Wert 2006 mit 1.060 mm.
 
   
  Wenn wenig Regen fällt, bleibt Waterberg Wilderness noch immer seine starke Quelle am oberen Ende des Tals, die die Unterkünfte und die Wasserstellen für das Wild mit Wasser versorgt. Es handelt sich um eine Schichtquelle: Im porösen Sandstein des Waterbergs sickert Regenwasser langsam nach unten, trifft auf eine wasserundurchlässige Schicht, die leicht nach Osten geneigt ist, und tritt an den Hängen aus.  
 
Das Wasser sorgt für eine üppige Pflanzenwelt: Mit mehr als 500 Pflanzenarten gilt der Waterberg als 'Hotspot' der Flora, zumal einige Arten endemisch sind, also nur in Namibia oder gar nur am Waterberg vorkommen. Am Ende der Regenzeit (April, Mai) gibt es in Tümpeln auf dem Plateau und in Senken in der Ebene sogar Wasserpflanzen!

Vielfalt herrscht auch im Reich der Tiere. Biologen haben am Waterberg über 70 Säugetiere gezählt. Auf dem Plateau leben seltene Arten wie Büffel, Spitzmaul-Nashorn oder Rappenantilope; die Hänge werden von Klippspringer, Klippschliefer und Pavian bevölkert; und im Tal sowie in der Ebene tummeln sich Giraffe, Kudu, Gemsbock, Warzenschwein und viele andere Arten.
 
 
  Vogelfreunde sind ebenfalls begeistert, denn unter den rund 230 Arten finden sich hier besonders interessante Vögel wie der Felsen-Toko, der Rüppells Papagei, das Hartlaubs Frankolin und der Felsenadler.  
  Nicht zuletzt blickt die Gegend auch auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Felskunst und Steinhaufen-Gräber zeugen von der jahrhundertelangen Anwesenheit der San (Buschleute), Kugeln und Patronenhülsen von Gefechten zwischen OvaHerero und der deutschen Schutztruppe im August 1904, Ruinenreste vom Haus eines deutschen Missionars aus dem Jahre 1906 und ein mühevoll angelegter breiter Pfad auf das Plateau von der ehemaligen Rinderfarm (ab 1952). Die Zitrusbäume aus der Anfangszeit der Farm ab 1911 sind hingegen nur noch auf alten Fotos zu sehen...  
   
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