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Neues von Waterberg Wilderness

Ihre Erlebniswelt am Tafelberg der Kalahari

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Nashörner warten auf ihre Besucher

Was die Breitmaul-Nashörner wohl denken? Von heut auf morgen ist kaum noch eine dieser merkwürdigen zweibeinigen Kreaturen zu sehen... – Seit Mitte März darf wegen Corona kein Tourist mehr ins Land. Aber keine Sorge: Die Nashörner warten auf ihre Besucher. Und haben sogar eine Überraschung parat...

  • Was verbirgt sich dort im Gras

    Was verbirgt sich dort im Gras? Foto: Waterberg Wilderness

14. März, ein Samstag. Bei zwei Touristen in Windhoek bestätigt der Test eine Infektion mit SARS-CoV-2. Präsident Hage Geingob ergreift sofort Maßnahmen, um die Namibier vor einer Epidemie zu schützen. Er lässt die Hauptflugverbindungen nach Europa sperren.

Drei Tage später wird der Ausnahmezustand erklärt, damit die Regierung bei Bedarf rasch handeln kann. Touristen dürfen ausreisen, werden aber nicht mehr ins Land gelassen. Die Heimatländer schließen ebenfalls ihre Grenzen, soweit sie es nicht bereits getan haben.

Im April ist ganz Namibia im "Lockdown". Die Zahl der bekannten Infektionen bleibt wochenlang bei 16. Der Stand am 30. April: Acht Infizierte, acht Genesene, kein Todesfall. Mehr zur Entwicklung in Namibia im News-Blog unseres Partners Bush Telegraph Namibia.

Keine Einnahmen, keine Hilfe

Waterberg Wilderness hat von einem Tag auf den anderen keine Gäste mehr – und damit auch keine Einnahmen. Im Gegenteil: Aufgrund der Reisebeschränkungen müssen viele Buchungen storniert und Anzahlungen rückerstattet werden. Von der Regierung kann man sich kaum Unterstützung erhoffen. Namibia ist ein Entwicklungsland. Aufgrund der dreijährigen Rezession und der schweren Dürre ist der Staatshaushalt bereits stark eingeschränkt.

Zusätzliche Hilfe von den Industrienationen ist nicht zu erwarten, weil dort Milliardenhilfen für die eigenen Wirtschaften bereitgestellt werden müssen. Namibia kann sich glücklich schätzen, wenn die bestehende Entwicklungshilfe nicht gekürzt wird.

Jobs erhalten, Nashörner schützen

Das private Naturreservat Waterberg Wilderness unternimmt alles, um so viele seiner Mitarbeiter weiter zu beschäftigen wie nur irgend möglich – auch in dem Bewusstsein, dass an jedem Arbeitsplatz acht- bis zehnköpfige Familien hängen. Außerdem wird der Schutz der Nashörner und des anderen Wildes verstärkt, weil aufgrund der steigenden Arbeitslosigkeit auch die Wilderei zunehmen wird.

Selbstverständlich übersteht Waterberg Wilderness auch diese Krise – dank seines Konzeptes der Nachhaltigkeit. Wer seit Jahrzehnten in und mit der Natur Namibias lebt, hat gelernt, in guten Jahren Rücklagen für Dürreperioden zu bilden.

Dankeschön für Hilfe

Dennoch ist das Team von Waterberg Wilderness für jede Unterstützung dankbar. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an all jene Reiseveranstalter und Hunderte Kunden, die die geplanten Aufenthalte auf nächstes Jahr umgebucht haben.

Waterberg Wilderness spricht hiermit auch jenen weiteren Hunderten Kunden seinen Dank aus, die stornieren mussten, aber auf eine Rückerstattung ihrer Anzahlung vorerst verzichtet haben. Ihnen wurde ein Gutschein zugeschickt, den sie nach Aufhebung der Reisebeschränkungen einlösen können. Vielen Dank auch den Reiseveranstaltern, die Vertrauen gezeigt und eine Gutschrift akzeptiert haben.

Übertragbare Gutscheine

Die Gutscheine sind übrigens auch für die Partner Ghaub (Naturreservat mit Nashörnern in den Otavi-Bergen) und Ondekaremba (Naturparadies direkt am Flughafen) gültig. Außerdem können sie an jemanden weitergereicht werden, der eine Namibia-Reise plant. Sollten sie bis Ablauf der Gültigkeit Ende 2021 nicht eingelöst werden können, zahlt Waterberg Wilderness den Betrag selbstverständlich zurück – abhängig von den Stornierungs-Bedingungen der ursprünglichen Buchung.

Nicht zuletzt im Namen seiner Nashörner, Giraffen, Gnus, Kuhantilopen, Kudus, Damara Dik-Diks, Paviane, Stachelschweine, Leoparden, Oryx-Antilopen, Springböcke und der vielen weiteren Tiere möchte sich Waterberg Wilderness von ganzem Herzen bedanken. Und all jenen sein Mitgefühl aussprechen, die sich monatelang auf ihre Namibia-Reise gefreut hatten und sie wegen der Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie nicht antreten konnten.

Überraschung der Nashörner

Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Namibia und Waterberg Wilderness warten auf ihre Gäste. Die Breitmaul-Nashörner haben für das Wiedersehen nach Corona sogar eine Überraschung parat: Nachwuchs! Die Kuh, die im Mai vor zwei Jahren im Naturreservat ausgewildert wurde, hat ein Bullenkalb zur Welt gebracht. Und zwar Mitte März, als die Reisebeschränkungen in Kraft traten.

Wer Waterberg Wilderness besucht, wann immer Reisen wieder möglich ist, kann das Kalb mit etwas Glück auf einem Rhino Drive erleben. Ob sich das Kleine dann wohl wundern mag, wo plötzlich all diese merkwürdigen zweibeinigen Kreaturen herkommen?

  • Nashorn-Kalb, das Mitte März im privaten Naturreservat Waterberg Wilderness zur Welt kam, kurz vor Inkrafttreten der Reisebeschränkungen

    Überraschung: Nashorn-Kalb, das Mitte März im privaten Naturreservat Waterberg Wilderness zur Welt kam, kurz vor Inkrafttreten der Reisebeschränkungen.
    Foto: Waterberg Wilderness

Noch mehr Strom aus Sonnenkraft

In den Zimmern erzählen Fotos von längst vergangenen Zeiten des einstigen Farmbetriebes. Auf dem Dach dagegen zeugen Solar-Paneele vom jüngsten Schritt der Lodge in die Zukunft. Nicht nur die Umwelt, auch der Gast darf sich freuen. Denn der Solarstrom vom Dach bringt mehr Komfort ins Zimmer...

  • Solarplatten auf dem Dach eines Gebäudes der Waterberg Wilderness Lodge

    Solarplatten auf dem Dach eines Gebäudes der Waterberg Wilderness Lodge. Foto: Waterberg Wilderness

Mitte Februar erhielt die Waterberg Wilderness Lodge die 24 Batterien, die zur Solaranlage benötigt werden. Die Lieferung hatte etwas auf sich warten lassen, auch weil die Batterien von einem Hersteller in Deutschland stammen. Damit konnten nun endlich die Solar-Paneele in Betrieb genommen werden, die auf dem Dach des Wirtschaftsgebäudes installiert wurden.

Die geräumigen Zimmer der Lodge bieten nun noch ein wenig mehr Komfort. Zwar kann die Solaranlage weiterhin weder Wasserkocher noch Kühlschränke, geschweige denn Klimaanlagen auf den Zimmern verkraften. Doch konnten alle Zimmer mit einem Standventilator ausgestattet werden.

Die Ventilatoren sorgen an besonders warmen Tagen mit ihrem Luftzug für zusätzliche Kühlung. Die Gebäude der Lodge werden, wie auf namibischen Farmen üblich, von hohen Bäumen beschattet und sind somit eh auf natürliche Weise gekühlt. Für mehr Infos und Fotos zur Waterberg Wilderness Lodge hier klicken.

Teil des Öko-Konzeptes

Die Lodge lief auch zuvor bereits auf Solarstrom. Eine große Photovoltaik-Anlage an der zentralen Rezeption von Waterberg Wilderness versorgte bislang alle drei kleinen Lodges des privaten Naturreservates mit Strom. Da der Gesamtbetrieb jedoch gewachsen ist, entschied man sich für eine zusätzliche Anlage. Die anderen beiden Lodges hatten zudem bereits Ventilatoren erhalten.

Das Umweltkonzept von Waterberg Wilderness umfasst übrigens mehr als den Solarstrom. Durchlauferhitzer, die mit gesammeltem Totholz befeuert werden, sorgen für heißes Duschwasser. Und das Wasser der sehr ergiebigen Quelle am oberen Ende des Tals wird nur zur Hälfte für Gastbetrieb und Wildtränken genutzt, so dass für die Pflanzen genug übrigbleibt. Mehr dazu hier.

  • Batteriesatz zum Speichern des Sonnenstroms

    Batteriesatz zum Speichern des Sonnenstroms. Foto: Waterberg Wilderness

Waterberg auf Hamburger Bühne

Der Zuschauer betritt eine Herero-Hütte und das Esszimmer eines deutsch-namibischen Farmers. Sieht in der Mitte des Theatersaals zu, wie Schauspieler eine Gerichtsverhandlung proben. Und stapft durch roten Kalahari-Sand. Das Stück "Hereroland" im Thalia Theater versetzt den Waterberg nach Hamburg...

  • Scene from the play 'Hereroland' at the Thalia Theater in Hamburg

    Szene aus dem Stück "Hereroland" im Thalia Theater in Hamburg. Foto: Armin Smailovic

Am Waterberg am Westrand der Kalahari fanden im August 1904 die entscheidenden Gefechte zwischen OvaHerero und der deutschen Schutztruppe statt. Trotz waffentechnischer Überlegenheit gelang es General Lothar von Trotha nicht, die Herero einzukesseln, vernichtend zu schlagen und gefangen zu nehmen. Sie flohen in die Kalahari – Kämpfer und Frauen, Kinder und Alte, mit ihrem Vieh. Ziel: Das britische Botswana. Tausende starben.

Die Deutschen waren zu erschöpft, um sofort die Verfolgung aufnehmen zu können. Außerdem war Trotha darauf nicht vorbereitet und hatte keinen Nachschub organisiert. Anfang Oktober gab er die Verfolgung auf und erließ den berüchtigten Vernichtungsbefehl. Überlebende Herero, die sich später ergaben, starben zu Tausenden in Konzentrationslagern. Historiker sprechen heute allgemein von einem Völkermord.

Das Stück setzt sich kritisch auseinander mit Genozid und Kolonialzeit in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Dabei wird auch der Bezug zu Hamburg hergestellt, von wo aus die deutschen Truppen in die Kolonien entsandt wurden und das von der Kolonialwirtschaft sehr profitierte.

Allerdings ist "Hereroland" kaum ein Stück zu nennen, sondern eher ein Puzzle, das die Regisseure der deutsch-namibischen Produktion, Gernot Grünewald und David Ndjavera, entworfen haben. Der Zuschauer erhält am Eingang eine individuelle Karte, die zur Orientierung dient. Denn es gibt 19 Stationen, die man in verschiedener Reihenfolge besuchen kann. Niemand schafft alle Stationen, jeder hat am Ende andere Puzzlestücke und damit ein anderes Bild.

Am 19. Januar war Premiere. Zeitungskritiken lobten die Produktion, alle Vorstellungen – das Stück läuft bis Mitte Februar – sind ausverkauft. Ein voller Erfolg also, der nicht zuletzt auf eine gründliche Recherche zurückzuführen ist.

Grünewald und Ndjavera, die sich seit 2016 kennen, waren im Juli zwölf Tage lang durch Namibia gefahren und hatten Eindrücke und Stimmen gesammelt – von Herero, Nama und Deutsch-Namibiern. Begleitet wurden sie von der Produktionsmanagerin, der Dramaturgin, dem Bühnenbildner, dem Video-Filmer und einem der Schauspieler.

Dabei hatte Waterberg Wilderness sie unterstützt, mit einem Interview, Informationen und der Vermittlung eines Gespräches mit Schülerinnen und Schülern der Deutschen Höheren Privatschule (DHPS) in Windhoek.

Außerdem war die Gruppe natürlich am Waterberg zu Gast. Auf dem History Path besichtigte sie zwei Schauplätze der Vergangenheit: Eines der Gefechtsfelder von 1904 und den Ort eines Auffanglagers von 1906, für Herero, die versteckt im Busch lebten. Entlang des Erlebnispfades schildern zehn Schautafeln in Text und Bild die Ereignisse und erklären Hintergründe.

Übrigens: Wer für die Aufführungen in Hamburg keine Karte mehr erhalten hat, kann das Stück "Hereroland. Eine deutsch-namibische Geschichte" noch in Namibia erleben: Vom 11. bis 13. Juni im Nationaltheater in Windhoek.

  • Fenster in die Vergangenheit: Schautafel auf dem History Path von Waterberg Wilderness

    Fenster in die Vergangenheit: Schautafel auf dem History Path von Waterberg Wilderness. Foto: Sven-Eric Stender